Nächste Bauausschusssitzung zum Thema B-Plan 61 am 05.11.2019, 19 Uhr

 

 

Heikendorfer

Bau(Schau)speel

 

Akt 1

Das ist bisher passiert!

 

Seit über einem Jahr wehren wir uns gegen die geplante „Verklotzung“ auf dem Gelände einer Gärtnerei zwischen Am Herrkamp und Schulredder (Bebauungsplan Nr. 61). Ca. 9 Wohnblöcke mit 76 Wohneinheiten wollte die „Kieler Stadthaus GmbH“ dort errichten. Wie das ausgesehen hätte, haben wir auf der Grundlage der Pläne des Investors visualisiert.

 

Die geplanten „Klötze“ des Investors 2018 von uns visualisiert und rot markiert. Schematische Darstellung.

In der nichtöffentlichen Sitzung vom 22. Januar 2018 beschloss der Bauausschuss, dass die Bebauung auf maximal 50 Wohneinheiten und einer Fläche von 4000 qm2 zu begrenzen ist.

Für den Investor zu wenig, wie er in einem Schreiben an die Gemeinde mitteilte. Eine für den 05. März 2018 geplante öffentliche Diskussion seiner Pläne im Bau- und Umweltausschuss, sagte er kurzfristig ab.

 

 

Akt 2

Vor der Wahl - fast alle dagegen!

 

Eigentlich wäre das „Bauspeel“ damit nach dem 1. Akt zu Ende gewesen. Wir wollten jedoch vor der letzten Kommunalwahl wissen: Was passiert mit dem Projekt nach der Wahl? Fast alle Parteien sprachen sich gegen eine Bebauung aus, die sich nicht ins Ortsbild einfügt.

 

Bündnis 90/Die Grünen, Olaf Bartels, Fraktionsvorsitzender:

„Die angedachte Bebauung fügt sich nicht ins Ortsbild ein. Ferner sehen wir potenzielle Probleme hinsichtlich der verkehrlichen Anbindung. Angesichts weiterer Baugebiete die sich in der Entwicklung befinden, sehen wir keine Notwendigkeit, auf engem Raum sehr viele Wohneinheiten unterzubringen.“

 

FDP, Dr. Bettina Bonde:

„Die FDP Heikendorf spricht sich gegen eine „Verklotzung“ des Gebietes zwischen Schulredder und Am Herrkamp aus. Die bisher vorgelegten Baupläne lehnen wir ab. Die von Ihnen erstellte Visualisierung verdeutlicht, wohin das führen könnte. Das wollen wir nicht! Wir unterstützen dagegen eine Bebauung, die sich an der bisherigen Bebauung der Umgebung orientiert und sich in das Ortsbild einfügt. Das Gebiet zwischen Schulredder und Am Herrkamp mag schwer zu erschließen sein. Das darf aber keine Rechtfertigung dafür sein, in diesem Gebiet möglichst viele Wohnungen auf engstem Raum zu errichten.“

 

Alexander Orth, ehemaliger Bürgermeister (SPD):

„Zwar benötigt Heikendorf dringend altersgerechte und nach Möglichkeit bezahlbare Wohnungen. Da sich hierfür aber am Krischansbarg und durch den Schulneubau auch in der unmittelbaren Ortsmitte Alternativen abzeichnen, wird der Standort B-Plan 61 für Geschosswohnungsbau im angedachten Umfang nicht benötigt. Die von Ihnen geltend gemachten Argumente gegen die dichte Bebauung überwiegen nach meinem Dafürhalten die aus städtebaulicher Sicht begrüßenswerte Schaffung von Wohnraum bei Weitem.“

 

UWH:

„Heikendorf ist ein begehrter Wohnort. Das hat vor allem in den letzten Jahren Investoren aufmerksam gemacht, die immer wieder versuchen, auf Grundstücken ein Maximum an Wohneinheiten zu planen. Es ist wichtig, diesem Trend der „Verklotzung“ entgegen zu wirken. Hier muss die Gemeinde auch einmal Geld für einen Bebauungsplan in die Hand nehmen und selbst gestalten.“

 

CDU, Hans-Herbert Pohl, Tade Peetz:

„Ob an dieser Stelle ein Geschosswohnungsbau (größer als jetzige Bebauung im Umfeld/Wiesenkamp) notwendig ist, wird auch in unserer Fraktion kritisch gesehen. Der quantitative Schwerpunkt zur Schaffung von Wohnraum (Stichwort: Bezahlbares Wohnen) liegt aus unserer Sicht in dem geplanten Baugebiet am Krischansbarg.“

 

 

Akt 3

Nach der Wahl -
plötzlich sind die Pläne des Investors wieder da!
Und fast alle dafür?

 

Nur zufällig erfuhren wir, dass auf der Bauausschusssitzung vom 18.09.2018 die Pläne des Investors wieder auf der Tagesordnung standen. Aus dem Tagesordnungspunkt „Beratung und Beschlussfassung über ein Bebauungskonzept“ ging nicht einmal hervor, dass es sich um den Bebauungsplan Nr. 61 handelte. Außerdem war der Tagesordnungspunkt „nichtöffentlich“. In der nichtöffentlichen Bauausschusssitzung vom 18.09.2018 wurde mit 8 Stimmen zu 2 Gegenstimmen der UWH beschlossen, dass der Investor die vorgelegten Pläne weiter verfolgen darf.

 

 

Gemeinde verstößt gegen Gemeindeverordnung Schleswig-Holstein

 

Mit dieser nichtöffentlichen Befassung hat die Gemeinde gegen die Gemeindeverordnung Schleswig-Holstein verstoßen. Danach sind Sitzungen der Gemeindevertretung und damit auch des Bau- und Umweltausschusses öffentlich durchzuführen.

Auf unsere anwaltlich eingereichte Beschwerde antwortete die Gemeinde, die nichtöffentliche Behandlung „... wird mit der Wahrung des Datenschutzes des Investors begründet.“

Daten und Pläne des Investors waren aber schon längst der Öffentlichkeit bekannt.

In einem weiteren anwaltlichen Schreiben haben wir die Gemeinde auf der Grundlage des „Informationszusatzgesetz Schleswig Holstein“ aufgefordert, uns die Unterlagen und Beschlüsse der Sitzung vom 18.09.2018 zur Verfügung zu stellen.

Innerhalb einer Woche wurden uns die Unterlagen zugesandt.

 

 

Neue Planung genauso klotzig wie vorher

 

In dem vom Investor vorgelegten neuen Plan ist sogar noch ein Klotz mehr vorgesehen.

 

 

 

 

 

 

 

Akt 4

 

Presseberichte zu den vom Investor am 13.02.2019 neu vorgestellten Plänen.

http://www.kn-online.de/Lokales/Ploen/Kritik-in-Heikendorf-Gegner-eines-Baugebietes-formieren-sich

http://www.kn-online.de/Lokales/Ploen/Heikendorf-Kompromisssuche-am-Schulredder

 

 

Die aktuelle Haltung der Parteien:

Nach eigenen Aussagen, werden UWH, SPD und FDP diesen Vorentwurf ablehnen. Die CDU ist für den Entwurf. Auch die Grünen werden möglicherweise zustimmen, obwohl sie dieses Projekt vor der Wahl explizit abgelehnt haben. CDU und Grüne haben jedoch im Ausschuss eine Mehrheit.

 

Wir fordern allen Parteien auf, den gegenwärtigen Bebauungsplanvorentwurf abzulehnen!

 

 

Akt 5

Explosive Bauausschusssitzung am 15.08.19
mit einem Bauausschussvorsitzenden dem die Bürgernähe abhandengekommen ist!

 

„Frau Stöcken bittet darum, die Einwohnerfragestunde nach der Präsentation zum B-Plan 61 „Flächen zwischen Schulredder und Herrkamp“ durchzuführen. Diese Bitte wird von dem Ausschussvorsitzenden Herrn Pohl mit dem Hinweis auf die soeben beschlossene Tagesordnung abgelehnt.“ (Zitat Protokoll Einwohnerfragestunde)

 

Daraus ergibt sich für uns, dass man dem Bürger keine Gelegenheit geben möchte, zu dem uns betreffenden Thema Fragen zu stellen.

 

Das war aber nicht alles:

 

Einer Bauingenieurin mit über 35 Jahren Berufserfahrung, ebenfalls Anwohnerin, wurde jegliche Kompetenz in Hinblick auf die Bauzeichnungen des Investors von Herrn Pohl und Herrn Lewin (Plankontor Stadt und Land GmbH) abgesprochen. Die Arroganz und Überheblichkeit der beiden Herren sprechen Bände. Eine Entschuldigung für dieses unangemessene Benehmen wurde abgelehnt!

Insgesamt hielten alle vertretenen Parteien (außer der CDU) die bis heute vorliegenden Rahmenbedingungen für unzureichend. Selbst mit dem Verkehrsaufkommen habe man sich bis dahin noch nicht mal beschäftigt.

 

Dem ehemaligen Bürgermeister Herrn Alexander Orth (SPD) wurde in einer hoch emotionalen Auseinandersetzung von Herrn Pohl unterstellt, dass er scheinbar nicht damit zurechtkommt, dass er nicht erneut zum Bürgermeister gewählt wurde. Herr Orth, der sich dafür einsetzen wollte, dass man den Bürgern doch die Gelegenheit geben sollte, Fragen zu dem gewaltigen Bauvorhaben zu stellen, wurde ebenfalls von Herrn Pohl „abgebügelt“.

 

Herr Rose (Bündnis 90 / Die Grünen) und Frau Dr. Bonde (FDP) sprachen sich dafür aus, dass erst einmal die Rahmenbedingungen geklärt werden müssen, bevor man weiter in die Tiefe eines so gewaltigen Bauvorhabens geht.

 

Der TOP 5 wird auf Antrag von Herrn Orth vertagt. Am 24.09.19 soIlen weitere Eckdaten (max. Anzahl Wohnungen, max. Geschossflächenzahl, Dachformen) geklärt werden. (Zitat Protokoll Beschluss zu TOP 5)

 

Lediglich Herr Pohl und Herr Kewitz (beide CDU) waren gegen die Vertagung.

 

 

Wir fordern:

 

  • einen Bebauungsplan, in dem eine moderate Bebauung, die sich in die Umgebung einfügt, festgelegt wird,
  • einen Bebauungsplan, der von der Gemeinde unter Mitwirkung der Bürger und nicht von Investoren aufgestellt wird,
  • eine allgemeine Ortsbildplanung, die im Einklang mit der näheren Umgebung steht.

 

Es geht uns ALLE etwas an! Noch können wir etwas ändern!

 

 

Kommen Sie zahlreich!

 

am 05.11.2019 um 19:00 Uhr zur Bauausschusssitzung in das Rathaus!

 

 

Bürgerinitiative

„Für den Erhalt des Ortsbildcharakters von Heikendorf“

 

Kontakt:

Christiane Enders

Marion Stöcken

Wolfgang Huhn

 

Telefon 0431-23989130

 

www.trotzt-dem-klotz.de

info@trotzt-dem-klotz.de